Interview mit Oliver Möslein: „Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen!“

Oliver Möslein ist seit 2010 beim Familienunternehmen beschäftigt und ist der Ansprechpartner für den Fuhrpark in der gesamten Firmengruppe. Und das ist kein Pappenstiel. Der 42-Jährige gibt einen Einblick in seinen Job und erläutert unter anderem, was einen modernen Fuhrpark kennzeichnet und was in naher Zukunft bei Köstner geplant ist!


Wie viele LKWs hat Köstner derzeit in der Firmengruppe?
Oliver Möslein: Derzeit haben wir 47 LKWs auf fünf Standorte verteilt. Insgesamt haben wir etwa 170 Fahrzeuge.


Waren das schon mal weniger oder gar mehr?
Tendenziell haben wir in den letzten Jahren unseren Fuhrpark erweitert. Wir setzen nicht auf Speditionen oder andere Fremdleister, höchstens in Spitzenzeiten. Was zur Folge hat, dass wir den Fuhrpark immer weiter aufstocken.


Seit wann sind Sie bei der Firmengruppe zuständig für den Fuhrpark? 
Ich bin seit 2010 im Unternehmen, seit 2011 betreue ich den Fuhrpark und kümmere mich um die LKW-Beschaffung von Richard Köstner AG. 2015 habe ich von meinem Vorgänger die PKW-Flotte übernommen. Kurz: Ich verantworte alles, was fährt – von der Hebebühne über den PKW, über den Stapler bis zum LKW!


Wie zeichnet sich einen modernen Fuhrpark aus? 
In erster Linie sollte ein Fuhrpark zukunftssicher, umweltschonend und effizient sein. Ein Beispiel: Unsere PKWs sind im Durchschnitt nicht älter als drei Jahre. Wir haben die aktuellen Fahrzeugmodelle. Ein Befahren von Fahrverbotszonen in Städten ist für unseren Fuhrpark problemlos möglich. 

Bei den LKWs, insbesondere bei den Schwerlastfahrzeugen, setzen wir auf eine umweltschonende Technik. Aufgrund der engen Verbindung mit den Herstellern sind wir bereits vor der offiziellen Markteinführung in der Lage, Euro-6d-Temp LKWs zu fahren. Auch das zeichnet uns aus: Wir sind oft einen Schritt weiter als andere Firmen.


Was gehört für Sie noch zu den wesentlichen Eckpfeilern eines Fuhrparks?
Wir haben ein unternehmenseinheitliches Fahrzeug-Konzept mit Dienstwagen-Ordnung. Das bedeutet auch, dass unsere Fahrer ihre Wünsche und Anregungen bei Gesprächen einbringen – vor der Beschaffung der nächsten Fahrzeuge. Das setzt neue Maßstabe und Standards, die bei der nächsten Beschaffung berücksichtigt werden. Somit haben wir hochwertige Fahrzeuge an allen Standorten – mit derselben Ausrüstung.


Sie haben eben erwähnt, dass man bei Köstner nur bei Spitzenzeiten auf fremde Firmen zurückgreift. Gibt es gerade eine solche Spitzenzeit? 
Ja, solche Spitzenzeiten haben wir im Sommer schon! Das betrifft hauptsächlich unseren Stahlbereich. Wir versuchen solche Phasen dennoch mit unserem eigenen Fuhrpark zu meistern. Hier zählt das große Know-how unserer Fahrer: Das fängt an beim Verhalten auf der Baustelle - und auch gegenüber unseren Kunden. Dies kann ein fremder Spediteur niemals so erledigen wie ein eigener Mitarbeiter, der dies seit mehreren Jahren macht.  
Unser Fuhrpark legt jedes Jahr 2,5 Mio. km zurück!


Was ist typisch für den Köstner-Fuhrpark?
Ein hohes Maß an Sicherheit- und Umweltstandards! Wir sind stets aufgeschlossen für Neues. Ein Beispiel: Wir haben bereits an Test LKWs „Tote-Winkel-Kameras“ installiert. Alle neuen Fahrzeuge sind ebenso ausgestattet, obwohl es noch nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. 

Unsere LKWs verfügen über Klimaanlagen, Standheizungen, Gesundheitssitze, abstandsgeregelter Tempomat, Rückfahrkamera. Sie sehen: Wir legen viel Wert darauf, dass der Fahrer ein vernünftiges Arbeitsgerät bei sich hat.


Stichwort "Ökologie“: Was ist aus Ihrer Sicht heute schon wichtig hinsichtlich Fuhrpark?
Die passende Lösung zwischen Ökologie und betriebswirtschaftlichen Fuhrpark zu finden…(überlegt)


…ist nicht immer leicht und manchmal ein schmaler Grad?….
Ja! Grundsätzlich müssen die Anforderungen an den Fuhrpark klar formuliert sein! Daraus werden entsprechende Ziele abgeleitet. Wir stellen einen Soll/Ist-Vergleich fest. Bei Köstner gibt es eine klare Grenze für den CO-2-Ausstoß. Daran wollen wir uns strikt halten. Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen und suchen immer wieder nach Alternativen bei den Antrieben. Ein Beispiel: Wir bekommen immer wieder mal Testfahrzeuge von den Herstellern. Allerdings haben wir noch nicht das optimale Antriebsmodell aus unserer Sicht gefunden.


E-Mobilität und Wasserstoffantriebe! Glauben Sie, dass dies eines Tages auch bei Köstner Einzug hält?
Elektro-Autos hatten wir schon getestet. Ich halte persönlich diese Form von Antrieb allerdings für noch nicht hundertprozentig zukunftssicher. Die Entwicklung von wasserstoffgetriebenen Autos steckt noch in den Kinderschuhen. Wir wollen die Nutzung solcher Vehikel allerdings nicht ausschließen.


Im Juli hieß es, dass BMW gemeinsam mit Toyota offenbar ein wasserstoffangetriebenes Auto herausbringen will.
Ich hoffe, dass die Entwicklung in diese Richtung sich fortsetzt. Man hat das vor Jahren ja schon mal probiert, offenbar wurde diese Technik wieder eingestellt. Meiner Meinung nach wäre das eine gute Alternative.


Was ist diesbezüglich in den nächsten Jahren wichtig bzw. nötig zu tun?
Ein stärkeres Umdenken, hin zu schadstoffärmeren Fahrzeugen, weg von den Verbrennungsmotoren. Wir haben auch diesbezüglich unsere Strategie gewechselt. Wir halten unsere Fahrzeuge nicht mehr so lange im Fuhrpark. Früher fuhren wir vier Jahre lang die PKWs, heute werden diese nach drei Jahren abgestoßen. So können wir die strengsten Schadstoffvorgaben einhalten. Zudem: Hinzu kommt die Wertstabilität unserer Fahrzeuge – und das Nutzverhalten der Fahrer. Auch das beeinflusst unseren Fuhrpark…


…was kann man sich unter Nutzverhalten konkret vorstellen?
Ein Auto mit alternativem Antrieb zu fahren ist auch ein gewisser Anreiz für manche Mitarbeiter


Letzte Frage: Gibt es sonst noch etwas Wissenswerte zum Fuhrpark bei Köstner?
Unser gesamter Fuhrpark legt im Jahr etwa 2,5 Millionen Kilometer zurück. Wir sind derzeit dabei, ein neues Touren-Optimierungs-Programm einzuführen. Hier bekommen die Fahrer sämtliche Daten auf ihr Tablet übertragen. Schon jetzt laufen bei Köstner in 85% unserer LKW solche Techniken zur Navigation, Führerschein und Abfahrtskontrolle. Die Einführung dieses Optimierungstools planen wir im ersten Quartal 2020.


Danke für das Interview!