Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, die die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber ausmachen. Günther Grieshaber, Unternehmensberater aus Hausen bei Würzburg, nennt die wesentlichen abseits von angemessener Bezahlung.

Dass ein Arbeitsplatz mit wachsender Vergütung an Attraktivität gewinnt, versteht sich von selbst. Daneben kristallisieren sich Faktoren heraus, die Arbeitnehmer an ihrem Arbeitgeber besonders schätzen. Als Top 5 nennt Günther Grieshaber wertschätzende Kommunikation im Unternehmen, Freiräume für eigenverantwortliches Handeln, Karriere-Entwicklungsmöglichkeiten, eine gelebte Unternehmensvision sowie eine positive Außenwirkung.

Als weitere Faktoren, die bestimmen, wie Unternehmen als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden, hebt er den Unternehmensstandort, das Betriebsklima, soziales Engagement, Gesundheitsvorsorge und eine Work-Life Balance hervor.

Ob und in welchem Maße diese Qualitäten im Unternehmen vorhanden sind, lässt sich zum Teil allerdings erst in der täglichen Arbeit feststellen. Vor allem die wertschätzende Kommunikation bezeichnet Günther Grieshaber als "wichtigen Faktor für die Vertrauensbasis zwischen Mitarbeitern und Führung. Transparenz von Informationen und Kompetenzen der Mitarbeiter tragen wesentlich zur Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber bei." Wie weit die Wertschätzung tatsächlich gelebt wird, bewährt sich spätestens, wenn in der Praxis etwas "schiefläuft".

Daneben stehen den Arbeitgebern noch zahlreiche weitere Instrumente zur Verfügung, um ihren Mitarbeitenden den Arbeitsplatz aufzuwerten. Dazu zählen soziale, teambildende und gesundheitsfördernde Komponenten. Je nach der Ausgestaltung der Arbeitsplätze, aber auch der Bewerbersituation unterscheiden sich die Instrumente in ihrer Eignung. Junge Menschen achten heute vermehrt auf ein intaktes Betriebsklima und eine ausgewogene Work-Life-Balance, während erfahrene Fachkräfte zum großen Teil besonderen Wert auf mittel- und langfristige Karrieremöglichkeiten legen.

Damit Bewerber die Attraktivität des künftigen Arbeitgebers erkennen, sollte sich das Unternehmen in seiner Außendarstellung entsprechend positionieren. Der erfahrene Unternehmensberater verweist darauf, dass das Instrument der Mund-zu-Mund-Propaganda nach wie vor funktioniert. Um diesem Futter zu geben, empfiehlt er die Veröffentlichung von Meinungen von Kunden, Lieferanten oder auch Mitbewerbern, am besten auf einer gut aufgebauten Karrierewebsite. Daneben helfen professionelle Pressearbeit, Weblogs, aber auch gezieltes soziales Engagement, um gerade in Krisenzeiten ein aktives positives Bild des Unternehmens zu transportieren.

Um die vorhandenen Attraktivitätsmerkmale ins Feld zu führen, empfiehlt Günther Grieshaber den Anbietern, diese bereits in der Stellenbeschreibung samt verbindlicher Zusagen klar zu benennen. Bewerber sollten unmissverständlich erkennen, mit wem sie es zu tun haben. Der vermittelte Eindruck sollte beim Einstellungsgespräch unbedingt bestätigt werden.

Bei der strategischen Planung der Unternehmenskultur hilft es manchmal, die Blickrichtung umzukehren. Auf die Frage nach drei "Malus"-Faktoren, die Arbeitgeber unbedingt vermeiden sollten, wenn sie Mitarbeiter gewinnen bzw. halten möchten, zählt Günther Grieshaber auf: Unverbindliche Kommunikation, kein oder mangelndes Führungsverhalten sowie fehlende Entwicklungsmöglichkeiten.

Mit der konsequenten Berücksichtigung dieser Tipps ist es gar nicht so schwer, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

Günther Grieshaber, Jahrgang 1961 und geboren in Augsburg, war fast 30 Jahre als Verkaufstrainer und Unternehmensentwickler für Vermittlervertriebe (IHK) in der Finanzdienstleistungsbranche tätig. Zur Mitarbeitergewinnung, -bindung und zum Onboarding hat er ein spezielles Verfahren entwickelt und eingesetzt, das heute noch Anwendung findet. Seit 2009 lebt Grieshaber in Würzburg, 2016 gründete der Experte für Kommunikation, Vertrieb und Mitarbeiterbindung seine eigene Agentur in Hausen bei Würzburg. Sein Leitsatz lautet: „Führung ist nicht, Menschen dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie nicht wollen, sondern Menschen dazu zu befähigen, Dinge zu leisten, von denen sie niemals glaubten, sie erreichen zu können.“