Ein wichtiger Erfolgsfaktor in funktionierenden Gemeinschaften ist Teamwork. Dieses beinhaltet mehr als Gruppenarbeit, nutzt vielmehr die Wechselwirkungen von Personen samt deren Kompetenzen und Gedanken für eine stabile Organisation und Weiterentwicklung. Insbesondere gilt dies für komplex aufgebaute Unternehmen.

Nicht von ungefähr hat sich Teamwork als Anglizismus im Deutschen etabliert. Wie der Fußball und andere Mannschaftssportarten ist der Teamgedanke ein Zuwanderer im Land der Dichter und Denker, das traditionell lange Zeit streng hierarchisch strukturiert war. Der Begriff Teamwork impliziert hingegen moderne Globalität und gibt unterschiedlichsten Ansätzen und Kompromisslösungen eine Chance.

Ein Team kann unterschiedlich aufgebaut sein. Bei klar definierter Aufgabenverteilung kann ein Team aus Spezialisten aufeinander aufbauende Arbeitsabläufe bewältigen, zum Beispiel in Produktionsbetrieben mit fließbandähnlicher Arbeitsorganisation. Etwas anders sieht es bei Teams mit gleichartigen Tätigkeiten aus, die die Aufgaben nur zusammen bewältigen können. Als anschauliches Beispiel hierfür seien etwa Sargträger genannt.

Weitaus aufwändiger ist die Zusammenstellung eines Teams, das Kopfarbeit leisten muss, um komplexe Aufgabenstellungen zu bearbeiten, etwa in der Redaktion einer Zeitung oder der Entwicklungsabteilung eines Fahrzeugbauers. Hier ist es wichtig, dass die Teammitglieder in der Lage sind, sowohl ihre Ideen als auch ihre Arbeitskraft einzubringen, damit das Team zu einem produktiven Ergebnis kommt.

Erstaunlicherweise funktionieren solche Teams nicht dann am besten, wenn nur Menschen mit ausgewiesener Fachkompetenz beteiligt sind. Hier besteht eher die Gefahr des gruppeninternen Wettbewerbs. Vielmehr hat sich herausgestellt, dass Menschen mit bestimmten Eigenschaften besonders zum Teamerfolg beitragen. Neben den Teamleitern, die idealerweise in hohem Maß mit sozialen Kompetenzen ausgestattet sein sollten, zählen dazu insbesondere die sogenannten Clowns, die die Gruppe bei Laune halten, wenn Diskussionen ins Stocken geraten oder Konflikte hochkochen.

Deshalb ist es für das Management wichtig zu erkennen, welche Menschentypen ihnen zur Verfügung stehen, um ein funktionsfähiges Team zusammenzustellen. Viele Menschen neigen grundsätzlich zur Soloarbeit. Solche Einzelgänger lassen sich trotzdem in eine Arbeitsgruppe integrieren, indem ihnen Teilaufgaben, denen sie sich allein widmen können, übertragen werden. Die Ergebnisse fließen wiederum in die Teamarbeit ein. Unter den ausgewiesenen Teamplayern kristallisieren sich diejenigen heraus, die dank natürlicher Autorität lieber führen und diejenigen, die sich lieber führen lassen.

Für die Teambildung ist es sinnvoll, eine ausgewogene Mischung an Typen im Boot zu haben. Damit die Gruppe gemeinsame Ziele ansteuern kann, sollten zudem Regeln für das Miteinander festgelegt werden. Im Rahmen dieses Prozesses bietet sich ein Teamtraining ähnlich dem einer Sportmannschaft an. So können Kommunikations- und Fairnessregeln aufgestellt werden, etwa: Wer das Wort hat, darf aussprechen. - Jede Kritik wird mit einem Lob eingeleitet. - Andere Sichtweisen werden grundsätzlich anerkannt. Usw.

Nicht zu unterschätzen ist auch die nonverbale Kommunikation in Teamsitzungen. Offene Körperhaltungen ermutigen zur Teilnahme am Gespräch, verschränkte Arme und abgewandte Blicke wirken dagegen als Bremse. Solche Verhaltensweisen beeinflussen zunächst das Gruppenklima und zwangsläufig auch den Erfolg. Nicht zuletzt bedeutet die Integration im Team gleichzeitig die Bindung an den Arbeitgeber.

Da eine funktionierende Teamarbeit gerade in der heutigen Zeit so wichtig ist, werden Teambildung und Teamtraining bereits in der Ausbildung eingesetzt. Darüber hinaus kann jeder auch außerhalb seines Berufs ganz bewusst seine Teamfähigkeit üben, angefangen im persönlichen Umfeld - Stichwort Hausarbeit - im (Mannschafts-)Sport, beim gemeinsamen Musizieren (Chor oder Band), beim Theater (aktiv) und selbst beim gemeinsamen Ausgehen in der Gruppe.