Die Ausbildung bei der Richard Köstner AG beinhaltet wie bereits veröffentlicht neben der klassischen dualen Ausbildung in den integrierten Modulen der Power-Azubi-Schmiede Schulungen und Trainingseinheiten in Soft Skills. Diese wollen wir uns in mehreren Beiträgen ganz genau ansehen.


Beginnen wollen wir mit der Empathie. Darunter versteht man laut Wikipedia die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Offensichtlich ist Empathie sehr unterschiedlich ausgeprägt. Vielen Menschen fehlt diese Eigenschaft scheinbar völlig, während andere sie im Überfluss besitzen.

Empathie ist in einer funktionierenden Gemeinschaft so etwas wie das Öl, das das Getriebe am Laufen hält oder das Dressing, das aus Blättern erst einen gelungenen Salat macht. Empathische Menschen halten die Gruppe zusammen und kitten Risse, die in Krisensituationen entstehen. Kurz gesagt: Ohne Empathie droht Einsamkeit und Kälte. Sie ist ohne Zweifel notwendig für den Aufbau von privaten Beziehungen, aber auch ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein funktionierendes Betriebsklima, Kundenbeziehungen und damit für den persönlichen Karriereweg.

Diese Fähigkeit bildet die Grundvoraussetzung, damit Soft Skills wie kommunikative Kompetenz, Einfühlungsvermögen oder Teamfähigkeit überhaupt gebildet werden können. Da Empathie so wichtig ist, andererseits sehr ungleich verteilt, stellt sich die Frage, ob sie erlernt werden kann. Darin sind sich nicht alle Fachleute einig. Einerseits existiert die Ansicht, dass dies eine Charaktereigenschaft darstellt, die der Mensch von Geburt an mitbekommen hat, andererseits gibt es erprobte Methoden, wie Empathie gefördert werden kann, auch dort, wo nur geringe Ansätze vorhanden sind.

Zunächst ist die Bereitschaft vonnöten, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, keine Angst vor dem zu haben, was bei der Öffnung zutage tritt. Wer den ernsten Willen bekundet, dies zuzulassen, kann seine empathischen Fähigkeit in drei Schritten gezielt trainieren:


1. Aktives Zuhören

Auch wenn es schwerfällt: Es sollte möglich sein, einem Gegenüber mit Ruhe und Geduld die ganze Aufmerksamkeit zu schenken und mit Interesse zuzuhören. Erleichtert wird dies, wenn diese Person mit Körpersprache, Blickkontakt und deutlicher Aussprache das Interesse am Gesprächsinhalt weckt. Dabei sollte dieser logisch aufgebaut und geeignet sein, eine Beziehungsebene zwischen den Gesprächspartnern herzustellen. Der Zuhörende kann dabei sein Gegenüber mit ermutigenden Lauten und Kopfnicken oder ähnlicher Mimik unterstützen.

Am Ende kann er mit sichtbarer Freude den Gesprächsinhalt kurz zusammenfassen und seine Meinung dazu abgeben. Dies lässt sich in Gruppen wunderbar trainieren. Selbst Teilnehmer, die sich ansonsten ständig etwa mit Smartphones und Computerspielen ablenken oder sich nur für ihre eigenen Belange interessieren, sollten so in kurzer Zeit Veränderungen an ihrem Verhalten innerhalb einer Gruppe feststellen.

 

2. Beobachten

 Neben dem aktiven Zuhören lässt sich aus dem Betrachten und Beobachten des Gegenübers bereits vieles erkennen. Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Blickrichtung und die Klarheit der Stimme sagen eine ganze Menge über diesen Menschen aus. Auch die Kleidung und insbesondere die getragenen Farben lassen Rückschlüsse auf die aktuelle Lebenssituation zu. Wer sich Zeit nimmt und den Menschen, mit dem man ein Gespräch beginnt, aufmerksam betrachtet und nach festgelegten Merkmalen eingruppiert, wird erstaunt sein, wie vieles er bereits über ihn weiß. Auch diese Methode ist kein Hexenwerk, sondern bezieht sich auf Grundregeln der Verhaltenspsychologie und Menschenkenntnis.


3. Emotionale Wahrnehmung ansprechen

Aus den Beobachtungen und dem aktiv Gehörten hat sich der Übende nun ein passables Bild machen können. Nun besteht die Gelegenheit, sich einen Schritt voranzuwagen und die Person darauf anzusprechen. Dabei ist Sensibilität gefragt, denn es geht um die Gefühle, die hinter den Äußerungen stecken. Vermutete Gefühle wie Angst, Wut, Trauer oder Enttäuschung erfordern natürlich mehr Achtsamkeit als Freude, Stolz oder Begeisterung. Ein vorsichtiges Herantasten mit zurückhaltenden Fragestellungen bis zur Bildung einer Beziehungsebene lässt sich ebenfalls trainieren. Geht der Gesprächspartner darauf ein, sollte der Empathielevel sichtbar gewachsen sein.