Jeder Mensch hat beim Wort „Karriere“ verschiedene Bilder im Kopf. Kein Wunder, denn der Begriff ist Bestandteil von zahlreichen zusammengesetzten Substantiven. Natürlich stehen diese in enger Beziehung zum Arbeitsalltag, aber auch Künstler oder Sportler kennen die Begrifflichkeiten. Weniger geläufig dürfte eine zweite Bedeutung sein oder sind Sie schon mal „Karriere geritten“?
 
Für Pferdefreunde ist es kein Fremdwort. Die schnellste Gangart des Vierbeiners bezeichnet der Experte als gestreckter Galopp oder „Karriere reiten“. Damit ist der Bogen zur „beruflichen Karriere“ geschlossen. Hier handelt es sich um eine Entwicklung innerhalb der Firma, die insbesondere mit einer schnell zurückgelegten Laufbahn verbunden wird.
 
Die berühmte „Karriereleiter“ kennt jeder. Ein Symbol für die beruflichen Aufstiegschancen. In unserer Serie „Arbeitgeberattraktivität“ veröffentlichten wir bereits Ergebnisse von Studien und welche Kriterien für Arbeitnehmer bei der Wahl des Arbeitsplatzes wichtig sind. Noch vor der Höhe des Gehaltes steht für diese Zielgruppe Entwicklungs- und Aufstiegschancen auf der Liste. Die „Karriereleiter“ bedient symbolisch diese Erwartungshaltung. Erstens geht es auf einer Leiter fast immer nur nach oben. Natürlich sind damit Begriffe wie „mehr Gehalt“, „höhere Verantwortung“ oder „größere Eigenverantwortlichkeit“ verbunden. Zweitens spielen die einzelnen Sprossen eine große Rolle. Auch eine Karriere funktioniert in den seltensten Fällen von null auf hundert, sondern „step by step“.
 
Natürlich hängen Aufstiegschancen unmittelbar von der Einstellung und den Fähigkeiten des Bewerbers ab. Ein „gutes“ Unternehmen sollte allerdings immer „Karrierepfade“ vorhalten. Auch dieser Ausdruck ist gut durchdacht, denn eher seltener gibt es die „breite Straße“, auf der sich alle Arbeitnehmer fortbewegen und vorankommen. Oftmals verästeln sich im Berufsleben verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten und jeder Angestellte muss für sich individuelle Ziele setzen. Dabei ist es eher selten, dass der Weg von der Einstellung bis zum „Karrierehöhepunkt“ vorgezeichnet ist. Ein guter Arbeitgeber begleitet seine Belegschaft vielmehr in diesem langen Prozess.
 
Viele Arbeitnehmer konzipieren für sich den sogenannten „Karriereplan“. Dieser soll ihnen die Möglichkeiten und Wege in den nächsten Berufsjahren visualisieren. Wohin möchte ich? Was bietet der Arbeitgeber? Ein Karriereplan ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es nie ein Fehler, sich über seine Zukunft Gedanken zu machen. Ziele können nur erreicht werden, wenn sie gesteckt sind. Andererseits birgt ein Arbeitsleben im Normalfall Höhen und Tiefen, zumindest aber Unwägbarkeiten. Nicht selten läuft es glatt und die Ziele werden auf direktem Weg erreicht. Ein fürsorglicher Arbeitgeber unterstützt und begleitet aber sein höchstes Gut, namens Personal - in guten wie in schlechten Zeiten.
 
Passende Einstellung und Fähigkeiten des Angestellten sind Eintrittskarten in die Welt der „Karrierechancen“. Das Angebot eines Arbeitgebers sollte vielfältig sein und dem Personal mehrere Möglichkeiten bieten. Diese Möglichkeiten gilt es, für die Arbeitnehmer zu erkennen und wahrzunehmen. Bei der Umsetzung sollten erste Widerstände nicht dazu führen, die Chancen aus den Augen zu verlieren. In diesem Fall wäre das „Karriereende“ vorprogrammiert. Doch dieser Begriff sollte lieber Sportlern vorbehalten sein.