Gero Gembruch ist seit dem Jahr 2011 Personalleiter bei dem Familienunternehmen und führte 2016 die Power-Azubi-Schmiede ein. Im ersten Teil des Interviews äußert sich der 38-Jährige zur Frage, was einen guten Arbeitgeber generell ausmacht – und was die Richard Köstner AG schon heute ihren Azubis und Mitarbeitern bietet.

Frage: Was macht aus Ihrer Sicht generell - ohne auf Köstner einzugehen - einen guten Arbeitgeber aus? Nennen Sie drei aus Ihrer Sicht "typische" Merkmale!
Gero Gembruch: Da nenne ich als erstes die Begegnung auf Augenhöhe, also einen partnerschaftlichen Umgang zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter. Daneben halte ich eine wertschätzende Kommunikation für wichtig. Ebenso denke ich an „Nachhaltigkeit“ – in dem Sinne, dass man als Arbeitgeber nicht nach der Methode „Hire and fire“ vorgeht!

Was spricht für die Richard Köstner AG schon heute als Arbeitgeber? Womit können Sie aus Ihrer Sicht derzeit "punkten"?
In der Tat haben wir den Anspruch, uns als vielseitiger und attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren! Mit „vielseitig“ meine ich: Einerseits die große Zahl an interessanten Produkten und Dienstleistungen, anderseits die Karrierechancen bei Köstner. Ich bin der Meinung, wir sind leistungsfähig wie ein großer Konzern, zugleich flexibel wie ein Mittelständler. Als Arbeitgeber bieten wir zum einen familiäre Strukturen  und haben zugleich das Ausbildungsprogramm „Power Azubi Schmiede“ wie in großen Unternehmen.

Was bedeutet familiäre Strukturen konkret?
Da nenne ich zunächst mal die Weihnachtsfeiern und Ausflüge, die jede Abteilung bei uns jährlich unternimmt. Zudem haben wir Grillfeste im Juli – abteilungsübergreifend. Das ist, meine ich, nicht selbstverständlich. Und: Köstner bietet sichere Arbeitsplätze.

Mal anders gefragt: Warum sollte sich ein zukünftiger Azubi "ausgerechnet" bei Richard Köstner bewerben?
Ein Auszubildender hat bei uns alle Möglichkeiten. Er kann bei uns Experte – und das meine ich wirklich so - mit einem umfangreichen Produktwissen werden. Auch bei der beruflichen Weiterbildung hat man bei Köstner als Erwachsener viele Chancen. Auch ein begleitendes Studium, etwa in der Logistik oder den Stahl-Betriebswirt, bieten wir an. Kurz: Jeder Mitarbeiter bekommt bei uns die Chance, sich weiterzubilden.

Warum hat auch ein Erwachsener ab 50 Jahren gute Chancen auf eine Festanstellung bei Köstner?
Zunächst mal: Jeder Bewerber hat bei uns eine Chance auf Festanstellung – unabhängig vom Alter. Ein großer Vorteil bei den über 50-Jährigen ist, dass diese die Erfahrung und – ich sage mal - eine gewisse Souveränität besitzen, die jüngere nicht haben können. Das hat zur Folge, dass ein Mitarbeiter mit mehr als 50 Jahren den jüngeren Angestellten viel Wissen vermitteln kann. Wir möchten ja ohnehin, dass unsere Mitarbeiter am besten von der Ausbildung bis zur Rente bei uns bleiben.

Leistungsbereitschaft, ehrliche Kommunikation und Teamfähigkeit

Das ist sehr ungewöhnlich! Warum wollen Sie das - ein ganzes Arbeitsleben lang!?
Wir investieren ja viel in die Mitarbeiter. Angefangen bei der Ausbildung, über Fachschulungen. Natürlich wollen wir auch etwas von dieser Investition als Arbeitgeber zurückhaben. Je länger er oder sie bleibt, desto länger können wir davon profitieren. Je länger man bei uns arbeitet, desto mehr Gespür hat er/sie für die Unternehmenskultur. Ich meine: Eine Familie kann nur dann existieren, wenn die Mitglieder auch lange Zeit zusammenbleiben. Soll heißen: Bei uns geht das „Familiendasein“ im Idealfall bis zur Rente.

Was würden Sie Personalberatern entgegen, die die Meinung vertreten, alle 5-6 Jahre sollte man sich einen neuen Arbeitgeber suchen, um „frischen Wind“ in die eigene Karriere zu bekommen?
Es gibt in der Tat Berufsgruppen, wo es durchaus sinnvoll sein kann, den Arbeitgeber zu wechseln, um im eigenen Fachgebiet neue Erfahrungen und neues Wissen sich anzueignen. Von Managern wird das sogar erwartet. Bei unserem Unternehmen jedoch glaube ich nicht, dass ein Wechsel nach fünf, sechs Jahren nötig ist. Als Beispiel nehme ich unsere Abteilung für Sanitär- und Haustechnik. Hier kann man als Kundenberater arbeiten, ebenso Verwaltungstätigkeiten ausführen, bis zur Ausstellungorganisation. Dann gibt es Außendienstmitarbeiter und Teamleiter. Wer sich bei uns fortbildet, kann immer wieder neue Aufgaben und Positionen annehmen – ohne Köstner verlassen zu müssen!

Was sollte ein Arbeitnehmer generell an Fähigkeiten und Qualifikationen "mitbringen" ?
Ich meine: Leistungsbereitschaft, die Bereitschaft zu offener und ehrlicher Kommunikation sowie Teamfähigkeit. Dazu sollte man eine gewisse Resilienz besitzen. Das heißt nicht, dass solche Widerstandsfähigkeit in Form von mentaler Stärke bei Köstner besonders nötig ist (lacht)….

Sondern?
… nur ein Beispiel: Digitalisierung ist ja derzeit im Trend und wichtig. Was kann das für den Mitarbeiter bedeuten? Bei uns in der Rechnungskontrolle streben wir einen hohen Automatisierungsgrad an. Das heißt, dass der Mitarbeiter sich nur noch um Sonderfälle oder fehlerhafte Rechnungen kümmert. Hier müssen wir alle umdenken: Der Mitarbeiter ist hier zunächst mal Problemlöser. Übrig bleibt das, was die Software nicht verarbeiten kann. Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass manchmal Mitarbeiter eine hohe Resilienz brauchen, um mit den neuen Anforderungen im Berufsalltag umgehen zu können. 

Im zweiten Teil erläutert Personalleiter Gero Gembruch unter anderem die Ziele, die man mit der „Power-Azubi-Schmiede“ verfolgt und erklärt, warum der interne Kunde genauso wichtig ist wie der externe Kunde eines Unternehmens!