Eine Bewerbung ist nichts anderes als Werbung in eigener Sache. Das „Produkt“ ist in diesem Fall der Bewerber, welcher dem potenziellen Arbeitgeber seine Arbeitskraft schmackhaft machen will. Die Vorstufe zum Bewerbungsgespräch bildet das Bewerbungsschreiben. Um nicht in erster Instanz durchs Raster zu fallen, sollten gewisse Spielregeln eingehalten werden. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass nicht die individuelle Note fester Bestanteil des Bewerbungsanschreibens sein darf. Sie ist vielmehr das Salz in der Suppe und macht bei der Entscheidungsfindung der Personaler oftmals den Unterschied.

Das beste „Bewerbungsschreiben“ für einen Stürmer sind viele Tore. Hierdurch werden andere Fußballvereine auf den Goalgetter aufmerksam und bieten ihm womöglich einen neuen Arbeitsplatz. Im „normalen“ Arbeitsmarkt schaut die Welt etwas anders aus, denn im Normalfall kennen die Unternehmen den potenziellen neuen Arbeitnehmer nicht. Deshalb muss dieser durch ein richtiges und originelles Skript punkten. Nur über diesen Weg geht die Reise in Form eines Bewerbungsgesprächs weiter.

Was bedeutet richtig? Hierzu zählen Standards wie fehlerfreie Rechtschreibung und Grammatik. Ebenso die vollständigen Inhalte wie ein lückenloser Lebenslauf, ein Bewerbungsfoto, Ausbildungs- sowie ggf. Arbeitszeugnisse und ein Bewerbungsschreiben als Herzstück.

Natürlich gibt es gewisse Richtlinien, an denen sich der Bewerber orientieren sollte. Bei den meisten Inhalten der Bewerbung geht es um Fakten und nur Format sowie Aufmachung geben Spielraum zur Abgrenzung von Mitbewerbern. Völlig anders sieht es beim Bewerbungsanschreiben aus. Natürlich sollten auch hier formelle und inhaltliche Regeln beachtet werden. So sollten die Vorgaben des Arbeitgebers eingehalten werden. Hierzu zählt der richtige Bewerbungsweg wie die Zustellung via Post, E-Mail oder Online-Portal. Ebenso die korrekte Form einer Bewerbungsmappe oder Kurzbewerbung sowie die Angabe des richtigen Ansprechpartners und die Einhaltung der gesetzten Frist.

Neben der Pflicht ist die Kür aber oftmals entscheidend. Originelle und kreative Bewerbungen haben im Normalfall die Nase vorne. Dazu gehört beispielsweise die Einbindung eines Bewerber-Videos. Schlagkräftige Argumente, die für die Einstellung des Kandidaten sprechen, wecken Interesse. Aber auch die individuelle Beschäftigung mit dem Unternehmen überzeugt und vermeidet den „Einheitsbrei“, den Personalverantwortliche leicht durchschauen.

70 Prozent aller Stellenneubesetzungen werden vom sogenannten „verdeckten Stellenmarkt“ bedient. Hier suchen die Arbeitnehmer vergeblich nach Stellenausschreibungen. Die Arbeitgeber vergeben die Jobs entweder aufgrund persönlicher Beziehungen oder an Initiativbewerbungen. Die Letzteren simulieren eine Stellenausschreibung. Dem Bewerber sind Ansprechpartner im Unternehmen und die konkrete Tätigkeit bekannt. Der Aufbau ähnelt einer Bewerbung auf ein offizielles Jobangebot, allerdings steht das Interesse an der Firma womöglich noch mehr im Mittelpunkt. Da der konkrete Arbeitsplatz eventuell nicht vakant ist, unterbreitet ein Unternehmen in der Antwort nicht selten ein ähnliches Angebot. Das gilt natürlich nur für den Fall, dass die Bewerbung extremes Interesse weckt.

Fruchtet ein Bewerbungsanschreiben, dann steht dem Aufstieg in den nächsten Level nichts mehr im Weg: Das Vorstellungsgespräch. Auch in diesem Stadium behalten sich Arbeitgeber im Normalfall die Selektion aus mehreren Bewerbern vor. Aber die Erfolgs-Chance ist für den Job-Interessenten deutlich höher als noch im gesamten Bewerber-Pool zu Beginn.